Die Ronda in einer Milonga

Die Ronda in einer Milonga

Die harmonische und soziale Form, in einer vollen Milonga zu tanzen ist die Ronda, die  Runde aller Tänzer, wie es in traditionellen Milongas üblich ist.
Was passiert in der Ronda?

  • Alle Tänzer tanzen respektvoll den anderen Tänzern gegenüber und passen ihren Tanzstil den Gegebenheiten auf der Tanzfläche an.
  • Niemand blockiert unnötig lange die Tanzfläche durch Tanzen am Platz. Deswegen ist es auch für niemanden nötig, zu überholen.
  • Jeder rückt gleich nach, wenn in der Tanzrichtung Platz frei wird (Aber ohne das vor einem tanzende Paar zu bedrängen).  Wir sprechen ja vom ‚ Tanzfluss‘. Ihr könnt euch das also durchaus vorstellen wie Wasser, dass ohne allzu große Eile, aber doch zügig weiterfließt (aber keine Tsunamis!)
  • Wenn auf der Tanzfläche wenig Platz ist, macht niemand ausladende Figuren oder abrupte, unvorhersehbare  Ausfälle (egal in welche Richtung)!
  • Egal wohin ihr geht, schaut VORHER, ob da wirklich Platz ist. Ihr tanzt mit der Musik, mit eurem Tanzpartner und mit ALLEN ANDEREN PAAREN auf der Tanzfläche.
  • Niemand „tanzt“ durch die Mitte auf die andere Seite der Tanzfläche. Alle folgen der Tanzrichtung, gegen den Uhrzeigersinn, an der Außenseite der Tanzfläche entlang. Dann haben nämlich alle bequem Platz.
  • Ist die Tanzfläche so voll, dass der Platz an der Außenseite nicht mehr ausreicht, tanzt man in konzentrischen Kreisen. Das heißt, es gibt eine Außenspur (Wenn ihr irgendwie könnt, bleibt da. Da tanzt sich´s nämlich normalerweise am Besten), und eine oder mehrere Innenspuren. Wer einmal auf einer Spur gelandet ist, bleibt da auch bis zum Ende des Tanzes. Permanenter Spurwechsel bringt Unruhe in den Tanzfluss.
  • Niemand tanzt mehrere Schritte gegen die Tanzrichtung. Ein bis zwei Schritte ab und zu sind in Ordnung, wenn vor euch kein Platz ist. Stellt bitte VORHER sicher, dass der Platz hinter euch frei ist. Allerdings wisst ihr ja jetzt, dass in der Ronda alle gleich nachrücken. Also Vorsicht!
  • Wenn wenig Platz ist, tanzt schlicht. Bitte keine komplizierten, raumgreifenden Figuren, die ihr womöglich noch nicht beherrscht.

Wenn alle Tänzer/innen diese Regeln beherzigen und in der Ronda tanzen, entsteht im Raum eine fantastische Schwingung, die jeder spüren kann und die alle mit sich trägt.

Es gibt keine Aggression und kein Chaos, alle tanzen mit allen und jedes Paar fühlt sich wohl.

Wer einmal diese Schwingung erlebt hat, möchte sie nicht mehr missen. Sie verändert das eigene Tanzen  mehr als die vielen Stunden, die man mit dem erlernen von Figuren verbringt.

In diesem Sinne: Hasta pronto!